Spechthausen
Geführte Wanderungen und Radtouren durch den Barnim

News

19.07.2007

Auf geht's in die Pilze!

Das warm-feuchte Wetter macht manchen Menschen zu schaffen - für Pilze aber ist es genau richtig. Sie sprießen derzeit in voller Pracht aus den Barnimer Waldböden. Das zieht auch wieder die Pilzsammler in die Wälder. Besonders morgens und am Abend wandern sie, bewaffnet mit allerlei Körben, auf der Jagd nach essbaren Pilzen, die sich in Barnims Wäldern gut vermehren.

Frank Pöhlmann zeigt stolz die Pfifferlinge, die er gefunden hat. 17 Zentimeter Durchmesser haben die beiden stolzen Gewächse. In "seinem" Pilzrevier kann er sich derzeit in Hülle und Füller bedienen. "Die wachsen ja im Moment wie verrückt. In fünf Minuten hatte ich fünf Eimer voll gesammelt", berichtet der Hobbysammler. Wo seine Stelle genau liegt, will Pöhlmann natürlich nicht verraten. Da ist er wie die meisten Pilzsucher. Wenn sie eine gute Stelle gefunden haben, wird das Geheimnis gehütet wie die Kronjuwelen. Es soll ja beim nächsten Mal nicht alles abgegrast sein. Nur so viel verrät Pöhlmann: "Die Stelle liegt in der Gegend zwischen Tiefensee und Prötzel."

Frank Pöhlmann kennt sich gut mit Pilzen aus, sammelt schon, seitdem er ein Kind ist. "Meine Eltern haben mir beigebracht, dass man nutzen sollte, was einem die Natur gibt", sagt Pöhlmann. So ist er auch leidenschaftlicher Angler, seine Frau Katrin sammelt im Wald Beeren, die roh gegessen oder zu Marmelade verarbeitet werden. Eins ist für ihn aber Ehrensache: "Wir nehmen nur so viel mit, wie wir selber essen." Das wiederum freut Ronald Schulz. Für den Geschäftsführer des Pilzhofes Krummensee sind nämlich derzeit harte Zeiten angebrochen. Es gibt Pilzsammler, die nicht nur nehmen, was sie selber verbrauchen, sondern eimerweise aus den Wäldern tragen und an Restaurants verkaufen. Das verdirbt Schulz die Preise. Auf seinem Pilzhof werden exotische Speisepilze kultiviert, die auf Holz wachsen, vor allem der Shii-take, der sich in Restaurants immer größerer Beliebtheit erfreut.

"Durch den vielen Regen und die Wärme ist die Pilzernte in dieser Saison sehr reichhaltig", bestätigt auch Schulz. Nicht nur im Wald, auch in seiner eigenen Produktion bemerke er das. "Selbst da wachsen die Pilze derzeit wie verrückt", freut sich Schulz, dessen Pilze durch die speziellen Aufzuchträume das ganze Jahr über geerntet werden.

Damit es nicht zum Streit zwischen Jägern und Pilzesammlern kommt, appelliert Jagdpächter Dieter Thaute: "Bitte nicht vor sechs Uhr morgens oder nach 19 Uhr abends." Wenn er und seine Kollegen auf die Jagd gehen, kann es sonst schon mal gefährlich werden, wenn Pilzesammler in der Nähe sind. Ansonsten dürfen die Pilzesucher auch gerne durchs Unterholz kriechen, sollten aber nicht rauchen und ihre Hunde angeleint lassen.

Wer auf die Pilzjagd geht, der sollte sich mit der Materie schon ein wenig auskennen. Anderenfalls helfen Pilzbücher weiter.

bag, MOZ

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