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15.08.2008

Wasser, Kohlen und Hoffnung auf Kohle

An Kohle mangelt es zwar noch, nicht aber an Kohlen. Am Aussichtsturm wurde die Ausstellung "Black mesa" eröffnet. Hannes Seebacher widmet sich in seiner dritten Exposition in Joachimsthal erneut dem Thema Wasser - und der Kohle.

Mit seiner Installation "Black mesa" habe er sich vom schwarzen Tafelberg auf dem Colorado Plateau in Arizona inspirieren lassen, erklärte Hannes Seebacher im Wiener Dialekt während der Vernissage am Mittwochnachmittag. Sein Anliegen sei es, "einen anderen Blick auf die Landschaft" zu eröffnen und zum Nachdenken anzuregen. "Wie gehen wir mit unseren Ressourcen um? Was sind überhaupt unsere Ressourcen?" Weniger wolle er eine politische Debatte lostreten, sondern sich diesen Fragen künstlerisch nähern, erklärte der Österreicher, der nach 2006 und 2007 zum nunmehr dritten Mal bei Sarah Phillips und Richard Hurding im Biorama-Projekt zu Gast ist.

Infrastrukturminister Reinhold Dellmann zeigte sich "fasziniert, was an diesem Standort im Laufe der Jahre gewachsen" ist. Da sei nicht nur der Aussichtsturm, ein "wahrer Leuchtturm". Auch die Turmherren Phillips und Hurding würden mit ihren ungewöhnlichen Projekten in die Region ausstrahlen, lobte der Minister. Und er ging auch auf die Verbindung zum Unternehmen Vattenfall Europe ein, das die Ausstellung fördert. "Ist dieses Sponsoring legitim?", fragte Dellmann vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussion um die Uckermark-Leitung und der Proteste in der Region gegen die 380-kV-Freileitung. Und er gab auch gleich eine Antwort: "Ich sage ja. Denn wir brauchen die Diskussion."

Hartmuth Zeiß, Vertreter von Vattenfall, wollte das Thema Freileitung nicht vertiefen (das Projekt wird durch eine Vattenfall-Tochter bearbeitet), er ging stattdessen auf die Verbindung Kohle - Wasser sowie Wirtschaft - Kunst ein. So ließ Zeiß wissen, dass die Braunkohle, die man in der Lausitz fördert, einen Wassergehalt von 55 Prozent hat. Bei Briketts liege der Anteil bei 19 Prozent. Pro Jahr fördere man in der Lausitz rund 60 Millionen Tonnen Braunkohle in der Lausitz, davon werden 2,5 bis drei Millionen Tonnen zu Briketts verarbeitet.

Genau 10 000 Stück davon hat Vattenfall Hannes Seebacher für seine Installation zur Verfügung gestellt. Aber auch sonst engagiere sich der Konzern in Sachen Kultur, sagte Zeiß. Jedes Jahr veranstalte das Unternehmen selbst vier Ausstellungen.

Der Künstler wie auch Sarah Phillips dankten Vattenfall, ebenso wie der BHG in Joachimsthal, die das Projekt "Black mesa" gleichfalls unterstützt hat. Herzstück oder Hauptstruktur der Installation ist ein Stahlrahmenkubus, bespannt mit 3000 Meter fluoreszierender Angelsehne. Im Kubus steht ein drei Meter hoher Kohlezylinder, der aus besagten 10 000 Briketts besteht. Im Innenraum befindet sich ein in den Boden eingelassenes Acrylglasbecken, welches eine direkte Verbindung zum darunter liegenden Kohlekeller der "Weißen Villa" herstellt. In dieses Becken wird mittels Videoprojektor - über eine Kamera auf der Aussichtsplattform - die Aussicht auf die Schorfheide projiziert.

Klingt kompliziert. Deshalb: Am besten anschauen. Dies sagten sich auch die Gäste der Vernissage. Und sie ließen sich voller Neugier auf das außergewöhnliche Kunsterlebnis und -abenteuer ein. Unter ihnen Vizelandrat Carsten Bockhardt. Er zeigte sich beeindruckt - von der Resonanz wie den innovativen Ideen der Turmherren. Und so fiel es Bockhardt nicht schwer zu versichern, dass der Landkreis voll hinter dem Biorama-Projekt steht.

Auch wenn es sich in diesem Fall "nur" um verbale Unterstützung handelt, das Bekenntnis könnte bald, so jedenfalls die Hoffnung der Beteiligten, richtig Kohle wert sein. "Phillips/Hurding haben ja einen Fördermittelantrag für die ,Weiße Villa' gestellt", erklärte Bockhardt. Ihr Vorhaben sei durchaus förderfähig. "Das Problem aber ist der Eigenanteil." Hier gelte es, einen Partner zu finden.

Die Ausstellung "Black mesa" läuft bis zum 29. September. Hannes Seebacher ist die ganze Zeit über vor Ort. Denn mit der Vernissage ist seine Arbeit keineswegs erledigt. Er sieht sein Kunstwerk in ständiger Veränderung. "Ich bedaure schon jetzt, dass Hannes im nächsten Jahr nicht kommen kann. Weil er ein neuen Auftrag erhalten hat", so Sarah Phillips.

Öffnungzeiten: donnerstags bis sonntags, 11 bis 18 Uhr

Viola Petersson/MOZ

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