Herbstwanderung
Geführte Wanderungen und Radtouren durch den Barnim

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15.07.2008

Dorfteich ist nur scheinbar ein Idyll

Wenn es so schüttet wie am Freitag, dann muss man rund um den Dorfanger von Tempelfelde beinahe die Boote herausholen. Flächen an der Feuerwehr, aber auch in Höhe der Kirche und der Kita stehen bei Starkregen unter Wasser. Dem soll im Zuge der Dorferneuerung abgeholfen werden.

Der Tempelfelder Dorfteich mutet an sich recht idyllisch an. Allerdings ist bei näherem Hinsehen festzustellen, dass er stark verlandet ist und daher nicht mehr so viel Löschwasser spendet, wie sich das die Feuerwehr wünscht. Daher wurde damit begonnen, die Sanierung des Teiches vorzubereiten. Das zieht sich allerdings nun schon ziemlich lang hin. Der Grund: Die bisherige Fördermittelrichtlinie ist ausgelaufen. Obwohl es schon einen positiven Vorbescheid gegeben habe, muss der Antrag dennoch neu gestellt werden.

Nun müssen neue Partner her, weil der Verein Regionalpark Barnimer Feldmark, der ursprünglich als Träger des Vorhabens vorgesehen war, hierfür nicht mehr zulässig ist. Also werden die Verwaltungsmühlen weiter mahlen, bis ein Projekt steht, bei dem auch die Rahmenbedingungen stimmen. Das lässt sich auch nicht durch Eigeninitiativen von Amt und Verwaltung beschleunigen. Die Gemeinde braucht nun mal die Fördermittel, weil sie solch eine große Investition in Höhe von fast 200 000 Euro nicht so ohne Weiteres allein bewältigen kann.

Zudem ist der Dorfteich nicht das einzige Problem. Die Überschwemmungen in der Dorfmitte und an der Feuerwehr resultieren auch aus einem defekten unterirdischen Entwässerungskanal. Der muss zuerst in Ordnung gebracht werden, bevor mit der Umgestaltung des Dorfangers begonnen werden kann. Dazu gehören eine Verkehrsberuhigung in der Kastanien- und in der Schönfelder Straße, dazu sollen Wegebeziehungen zwischen der Feuerwehr und der Kirche geschaffen werden. Durch den Verlauf der Landesstraße wirkt der Dorfanger derzeit noch abrupt getrennt. Dazu kommen die Probleme mit dem abgesackten Pflaster am Feuerwehrgebäude. Auch das soll behoben werden.

Insgesamt muss die Gemeinde mit Kosten von weit mehr als 100 000 Euro rechnen. Den größten Anteil davon macht die Sanierung des Entwässerungskanals mit 60 000 Euro aus. Die hohe Summe erklärt sich aus einem kompletten Neubau des Kanals. Das Planungsbüro hat nach gründlicher Begutachtung festgestellt, dass es allein mit Reparaturen nicht getan ist. Zum Kanal gehören diverse Schächte, die keiner DIN entsprechen. Kamerabilder aus dem Innern zeigen, dass Baumwurzeln in den Kanal hineingewachsen sind, auch das Gefälle stimme nicht.

Um die Kosten für die Gemeinde zu verringern, will man das Land mit ins Boot holen. Grund ist die durch den Ort führende Landesstraße, die bei heftigem Regen auch von Überflutungen betroffen ist. Trotz allem, und das schlug Gemeindevertreter Roland Gabsch vor, sollte auch etwas Geld für archäologische Untersuchungen eingestellt werden. Die von der Finanznot der Gemeinde geplagten Gemeindevertreter zeigten Verständnis für die Anregung des langjährigen Kreisdenkmalschützers.

Brigitte Horn/MOZ

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