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14.07.2008

Ein ganzes Dorf auf den Beinen

In der rund 950-Seelen-Gemeinde Liepe ging es am Wochenende hoch her. Das Dorf in der Oderberger Amtskommune feierte sein 750-jähriges Bestehen. Das schönste Geschenk bereiteten sich die Lieper mit ihrem Festumzug selbst.

Bürgermeister Klaus Marschner kam buchstäblich in letzter Minute zum Treffpunkt auf dem Sportplatz. Er hatte am Landhof auf die Gäste der polnischen Partnergemeinde Siemysl gewartet. Bürgermeister Zenon Malinowsky und seine Mannen hingegen hatten sich längst in die Parade zur 750-Jahrfeier eingereiht. Gut eine Stunde zogen die rund 400 Akteure in bunten Kostümen und mit viel Liebe zum Detail gestalteten Kulissen durch das Dorf. Kein für Liepe wichtiger Geschichtsabschnitt von der Gründung bis zur Gegenwart wurde ausgelassen. Wer im Festumzug nicht selbst auf den Beinen war, wollte das Spektakel nicht verpassen. Und so säumten zahlreiche Zaungäste die Hauptstraße. Wer konnte, hatte es sich im Vorgarten bequem gemacht. "Ich bin einfach begeistert. Einen so schönen Festumzug hatte ich nicht erwartet", zeigte sich Birgit Kersten aus Biesenthal angenehm überrascht. "Ich hätte nicht gedacht, dass in Liepe so etwas Tolles auf die Beine gestellt wird", pflichteten ihr Bodo Haase, Christine und Werner Fuß bei. Mit seiner Kritik, bei den Vorbereitungen zum Jubiläum lediglich über Handzettel zu Spenden aufgefordert worden zu sein, wollte der Geschäftsmann Fuß dennoch nicht hinterm Berg halten. "Da wäre ich gern persönlich angesprochen worden", sagte er.

Bürgermeister Klaus Marschner war mit dem Engagement der Lieper dennoch mehr als zufrieden. "Ohne die vielen Sponsoren hätten wir das 750-jährige Bestehen unseres Dorfes gar nicht feiern können. Im Haushalt, der bekanntlich in den roten Zahlen steckt, ist kein Geld für Feste drin. Jeder, der im Festumzug in einem historischen Kostüm mitmarschiert ist, hat das aus eigener Tasche finanziert", lobte Marschner.

Anderthalb Jahre hatte sich das Festkomitee mit dem 750. Geburtstag der Gemeinde beschäftigt. Richtig in die Gänge waren die Vorbereitungen aber erst im letzten Viertel Jahr unter maßgeblicher Federführung des Heimatvereins unter Leitung von Guido Herbst, dem Förderverein Lieper Dorfkirche mit Antje Behling an der Spitze und dem Sportverein unter Vorsitz von Judith Krauß gekommen. Ihr Eifer hatte schließlich das ganze Dorf angesteckt. Am Wochenende säumten nicht nur bunte Luftballons und Wimpelketten die Straßen. In vielen Vorgärten waren auch fantasievoll gestaltete Puppen zu bewundern, die gleichfalls ein Stück Lieper Geschichte erzählen.

"Die Stimmung ist einfach fantastisch. Und der Festumzug verdient wirklich ein dickes Lob", bescheinigten Ute Schulz und Cornelia Loest aus dem Holzschuhdorf Friedrichswalde den Liepern. Die feierten ausgelassen bei viel Musik, Unterhaltung und kulinarischen Stärkungen auf dem Landhof und der Festwiese.

Monika Schmidt/MOZ

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