Wenn der Eintrag im Grundbuch auch noch fehlt, der Kaufvertrag für das Grundstück Zainhammermühle ist perfekt. Kunstverein und Alteigentümer haben ihre Unterschriften geleistet. Eine Nutzung des denkmalgeschützten Gebäude ist aber noch nicht möglich. Das Haus war im vergangenen Jahr baupolizeilich gesperrt worden, weil sich Schäden am Stützpfeiler gezeigt hatten. Für die Sanierung liegt zwar schon ein Fördermittelbescheid der Denkmalbehörde des Landkreises in Höhe von 7500 Euro vor. Gezahlt wird aber erst, wenn der Mühlenverein die gleiche Summe als Eigenanteil vorweisen kann. Vereinsvorsitzende Bärbel Jäkel setzt deshalb auf weitere Spenden und das Stadtentwicklungskonzept.
Von Monika Schmidt
"Wir möchten uns bei allen Spendern bedanken. Ohne sie hätten wir unseren Eigenanteil für den Kauf des Grundstücks nicht so schnell zusammenbekommen", sagt Bärbel Jäkel, Vorsitzende des Kunstvereins "Die Mühle", der mehr als 100 Mitglieder angehören. Rund 19 000 Euro weist das derzeitige Spendenkonto aus. 20 000 Euro waren für den Kauf des Grundstücks erforderlich. Mehr als die Hälfte der Spenden kamen von den Mitgliedern selbst. Ein Drittel steuerten Eberswalder Firmen bei, knapp 20 Prozent Bürger aus Eberswalde und Umgebung.
Auf weitere Spenden kann der Verein dennoch nicht verzichten. Mit dem Eigentumswechsel am Zainhammer können die Sanierungsarbeiten zwar beginnen, doch auch die kosten viel Geld. Rund 50 000 Euro sind für die Rettung des 1779 als so genannte Hammermühle errichteten Gebäudes erforderlich, haben Experten errechnet. Nach dem positiven Bescheid von der Denkmalbehörde des Landkreises setzen die Mühlen-Künstler jetzt große Hoffnungen auf das Stadtentwicklungskonzept und damit verbundenen Fördermöglichkeiten. Zu den dringendsten Maßnahmen gehört nicht nur die Sanierung des maroden Stützpfeilers, sondern auch des Daches. "Wir rufen deshalb Mitglieder, Freunde und Eberswalder Bürger auf, jetzt nicht nachzulassen und weitere Spenden einzusammeln", appelliert Bärbel Jäkel.
Im Gegenzug dazu soll die Zainhammer Mühle zu einem neuen Zentrum der Freizeitkunst ausgebaut werden. Erste Gruppen und Künstler aus der Kreisstadt haben ihr Interesse an einer Nutzung schon signalisiert. "Wäre es nicht schön, beim Sonntagsspaziergang entlang der Schwärze am Zainhammerteich die derzeit heimatlose Freizeitkunstausstellung oder Präsentationen von Schulklassen, Seniorengruppen und anderen sehen zu können", wagt Eckhard Groll vom Vereinsvorstand einen Blick in die Zukunft.
An einer detaillierten Konzeption wird derzeit noch gefeilt. Seine langjährigen Funktionen, wie Ausstellungsräume, Ateliers, Werkstätten und Probebühne wird der Mühlenbau behalten. Während sich das äußere Bild im Wesentlichen am historischen Aussehen orientiert, sollen die technischen Anlagen, Toiletten und vor allem Heizung auf den neusten technischen und ökologischen Stand gebracht werden. Was das Äußere des Grundstücks betrifft, wurde der Anfang mit dem Bau der Fischtreppe bereits getan. Der Mühlenverein leistete seinen Beitrag dazu, in dem er die Fläche vor dem Haus in einen Garten umgestaltete. Den Sommer in der Mühle wird es in diesem Jahr aber nicht geben. Dafür präsentieren sich die Mühlenkünstler auf verschiedenen Ausstellungen, darunter in Arztpraxen, im Krankenhaus und in Geschäften. Die einzige Gemeinschaftsausstellung in der Mühle ist für September unter dem Titel "Wir heben wieder Mühlenschätze" geplant. Die traditionelle Versteigerung wird es im Oktober geben, dann allerdings wieder im Weinkontor an der Friedrich-Engels-Straße.
"Der Anfang ist gemacht. Uns bleibt aber noch ein langer Weg", sagt Bärbel Jäkel und hofft auf weitere Spendenbereitschaft. Kontonummer und aktueller Stand sind unter www.diemuehle.de nachzulesen.
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