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12.07.2008

Bündnisgrüne fragen: Biosphäre ade?

Die Bündnisgrünen machen sich Sorgen um die Zukunft des Biosphärenreservates Schorfheide-Chorin. Sie vermuten, dass dort das Verwaltungspersonal weiter reduziert werden soll. "Im Umweltministerium zeichnet sich der Trend ab, dass Mitarbeiter, die ehrenamtlich in Naturschutzverbänden aktiv sind, Probleme mit ihrem Arbeitgeber bekommen", berichtet der Bündnisgrüne Olaf Goldschmidt.

In den Schutzgebieten würden die Stellen derjenigen gestrichen, die fachlich qualifiziert Einspruch gegen umstrittene Bauprojekte erheben könnten. Für den Umweltaktivisten steht die Frage, ob in Brandenburg durch die aktuellen Entwicklungen der "wirtschaftliche, gesellschaftliche und ökologische Wert" der Großschutzgebiete gepflegt und ausgebaut wird. Goldschmidt ist Mitarbeiter der bündnisgrünen Bundestagsabgeordneten Cornelia Behm. Die hatte erst vor einigen Tagen gegen Brandenburgs rot-schwarze Landesregierung geschossen: "Seit Langem weisen Fachleute auf eklatante Defizite hin. Doch wer selbst Kritiker aus den eigenen Reihen mit scharfen Sanktionen an ihrer Arbeit hindert, kann kein wirkliches Interesse an Schutz und Entwicklung der brandenburgischen Naturräume haben." Und weiter: "Dass die Ministerriege dennoch mit Brandenburgs attraktiven Landschaften wirbt, empfinden viele ehrenamtlich Aktive als blanken Hohn."

Laut Behm werden seit 2002 in Brandenburgs Großschutzgebieten massiv Stellen gestrichen. So wurden im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin sechs von 18 Arbeitsplätzen eingespart.

Der Sprecher des Umweltministeriums, Jens-Uwe Schade, nennt den Vorstoß "interessengeleitet". Beim Personalabbau gebe es seit Langem abgestimmte Konzepte, die nicht für "parteipolitische Eskapaden" geeignet seien. Schade hält die Verwaltung des Biosphärenreservates mit zwölf Leuten für "relativ groß". Und gerade mit der neuen Leiterin Constanze Knape sei nach dem Ausscheiden von Eberhard Henne die Dienststelle stabilisiert worden. Allerdings sei das Auswahlverfahren, bei dem Knape den Zuschlag bekommen hatte, abgebrochen worden. Frau Knape sei aber weiter mit der Wahrnehmung der Chefaufgaben im Biosphärenreservat beauftragt.

Roger Eichhorn/MOZ

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