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12.07.2007

Turm beendet Dornröschenschlaf

Jahrelang ein Stiefkind, soll der Schlossbergturm zu seinem 100. Geburtstag wieder öffentlich zugänglich sein. Dann betritt der Besucher auch jenen Berg, auf dem die Burg der Askanier stand. Von dort aus drängten sie vor nahezu 800 Jahren die dort siedelnden Slawen zurück oder integrierten sie in ihren Herrschaftsbereich und weiteten das Gebiet der Mark Brandenburg aus. Die Burgreste aber sind als solche nicht zu sehen, sie verstecken sich unter der Erde und dem üppigen Grün. Allein der Schlossbergturm, hunderte Jahre später gebaut, ragt 21,70 Meter in den Himmel.

Allerdings kann der künftige Besucher, wenn der Turm ab Oktober wieder zugänglich ist, kein komplett saniertes Bauwerk erwarten. Dafür würden rund 200 000 Euro erforderlich sein. Die hat die Stadt aber nicht, so dass man sich entschloss, 40 000 Euro zur Verfügung zu stellen. "Ziel der Stadt ist, den Turm zum Jubiläum wieder begehbar zu machen", erläuterte Bürgermeister André Stahl (Die Linke). Darüber hinaus werde man sich Gedanken machen, wie eine weitere Sanierung des Bauwerkes zu finanzieren ist.

Die Arbeiten dafür haben in diesen Tagen begonnen. Vor dem Turm liegen Steine, die lose waren und, soweit möglich, wieder verwendet werden, erklärt Thomas Czekalla von der bauausführenden Firma. Diese Steine haben nicht die Abmessungen von einem üblichen Ziegel im Normalformat von 24 Zentimetern Breite, sieben Zentimetern Höhe und elf Zentimetern Tiefe sondern erscheinen nahezu doppelt so groß und haben damit ein Format, das es derzeit gar nicht mehr gibt. Von der Baufirma ist bereits eine Seite des Turmso­ckels neu gemauert worden. Gemacht werden muss noch die äußere Freitreppe, um auf den Sockel zu gelangen, ebenso die Außentreppe und deren Brüstung. Die Innentreppe muss ausgebessert und eine neue Zwischendecke eingezogen werden. Unberührt bleiben die Wände im Innern wie auch die Reste von Stuck über dem Haupteingang. Um dennoch für die Ausstellung zur Eröffnung am 13. Oktober einen ansprechenden Rahmen zu schaffen, will man die noch nicht sanierten Innenwände verhängen.

Der Schlossbergverein indes will sich nicht allein nur auf den Schlossbergturm konzentrieren, sondern kontinuierlich kulturelle und alternative Angebote in dem Gebiet von großem und kleinen Schlossberg machen. Dazu plant der Verein auch eine Bebauung, wie Seminarräume auf dem Kleinen Schlossberg, dem Küchenberg, sowie einen Pavillon auf dem großen Schlossberg, um geschützt Teile der Burgruine zeigen zu können. Das sei wohlwollend aufgenommen worden, so Adelheid Flemming, Vorsitzende des Schlossbergvereins.

Allerdings habe eine Beratung von Baufachleuten und Denkmalschützern ergeben, dass es äußerst fraglich sei, ob auf dem großen und kleinen Schlossberg überhaupt gebaut werden darf. "Die Denkmalschützer haben Einwände gegen eine Bebauung, um die Bodendenkmale unversehrt zu erhalten", so die Vereinsvorsitzende. Auf jeden Fall wolle man am Fuße des Schlossbergs ein Empfangsgebäude, in dem sich auch sanitäre Einrichtungen befinden sollen, errichten.

Adelheid Flemming bewertete das Treffen mit Vertretern der Landesdenkmalbehörde, der Amtsverwaltung, des Architekten, der für den Schlossbergvereins arbeitet, und Vertretern des Regionalen Fördervereins als Träger des Geoparks als sehr positiv. Es sei klar geworden, was man machen und auf welche Partner der Verein bauen kann.

Zur Eröffnung des Schlossbergturms am 13. Oktober, will der Verein mit ähnlichen, aber doch anderen Angeboten wie zum Schlossbergfest aufwarten und mit dem Heimatverein kooperieren. Viel will sie noch nicht verraten, aber eine Lichtshow soll die Besucher auf jeden Fall in ihren Bann ziehen.

Brigitte Horn, MOZ

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