Waldreichtum gehört in die Kategorie, die oft nicht mit finanziellem Reichtum verbunden war oder ist. Zwar lebensnotwendig, weil gut fürs Klima, den Wasserhaushalt und das Landschaftsbild - nur, honoriert wurde das nicht. Im Jahr 1997 beispielsweise brachte der Biesenthaler Wald einen Verlust von rund 100 000 Mark, also nahezu 50 000 Euro ein. Indessen ist Holz wieder gefragt und für die Stadt Biesenthal zu einem bedeutenden Wirtschaftsfaktor geworden. Bürgermeister André Stahl spricht von einem erfreulichen Erlös aus dem Stadtwald im vergangenen Jahr. Fast 120 000 Euro schlagen positiv zu Buche. 196 000 Euro Einnahmen resultieren aus Holzverkäufen. Rund 80 000 Euro wurden für den Wald ausgegeben.
Es sei nicht beabsichtigt, aus dem Wald nur Geld herauszuholen. "Unser Ziel ist im Moment eine schwarze Null", kündigte der Bürgermeister an. Das heißt, das Geld soll wieder in den Wald selbst sowie in den Zukauf von weiteren Waldflächen gesteckt werden. Derzeit hat Biesenthal rund 1200 Hektar Wald. Das entspricht in etwa einem Zehntel der Fläche der Müritz, des nach dem Bodensee zweitgrößten Binnengewässers Deutschlands. "In diesem Jahr wird die Waldfläche der Stadt um 55 Hektar vergrößert", kündigte Stahl an.
Es geht aber nicht nur um mehr Fläche. Auch in den Wald muss investiert werden. Dazu gehören Nachpflanzungen sowie die Instandsetzung und der Neubau von Wildschutzzäunen. Letzteres kann sogar als Beitrag zum Klimaschutz gewertet werden. Werden mit Laubbäumen aufgeforstete Flächen nicht durch Zäune geschützt, kann praktisch kein neuer Wald entstehen. Laubbäume sind jedoch notwendig, um das Wasser in der Region zu halten. Die Kiefer hingegen hat eher einen nachteiligen Einfluss auf die Wasserbilanz, sind sich Experten einig. Die Kosten für die Arbeit, die Pfähle, Drahtrollen und das Knotengeflecht betrugen rund 20 000 Euro. Für Neupflanzungen sind 1300 Euro ausgegeben worden.
Die größten Einnahmen hat die Stadt aus der Holzernte, die maschinell von Holz verarbeitenden Firmen vorgenommen wurde. Doch auch die so genannte Holzwerbung nimmt immer mehr zu. Im vergangenen Jahr wurde Brennholz an 60 Selbstwerber verkauft, informierte Stahl. Die Einnahmen daraus belaufen sich auf rund 4100 Euro. Weitere Einnahmen sind darüber hinaus aus der Jagdpacht zu erwarten. Zusätzliche Voraussetzungen für den wirtschaftlichen Erfolg wurden im vorigen Jahr gelegt. Der Beförsterungsvertrag mit dem Land wurde gekündigt und durch einen kostengünstigeren Beratungs- und Dienstleistungsvertrag ersetzt.
Wie man weiter mit dem Biesenthaler Wald verfahren will, werden der Bau- und Hauptausschuss im Mai gemeinsam beraten.
BRIGITTE HORN/MOZ
<<< zurück

