Friedrichswalde
Geführte Wanderungen und Radtouren durch den Barnim

Groß Schönebeck zur Geschichte des Jagdschlosses und der Gemeinde Groß Schönebeck

Gründung von Groß Schönebeck

1. Variante (glaubwürdiger)
Nachgewiesene Gründung von Groß Schönebeck am 24.0kt.1300 bei der Teilnahme beim Markgrafen Albrecht II. in Eberswalde als Zeuge bei der Beurkundung der Grenzen des Jagdgebietes, durch die Teilnahme von Konrad von Schönebeck.
2. Variante
1250 gründete Albrecht I. das Kloster „Zum Alten Krug“ in Zehdenick. Es gibt hierzu alte Flurkarten Zehdenicker Land mit Groß Schönebeck, aber keinen urkundlichen Beweis.

Geschichte des Schlosses - Wasserschloss

Im 12.Jh. wurde die Oder – Havel – Grenzlinie festgelegt. Im 30 – jährigen Krieg wurde das Schloss nach Truppendurchzügen von Wallenstein und den Schweden im Jahr 1634 nach Pfingsten zerstört. Pfingsten gab es noch Gänseabgaben. Danach kein urkundliches Lebenszeichen mehr.
Der Große Kurfürst lies ein Jagdschloss bauen. Urkundliche Erwähnung fand das Schloss erstmalig wieder 1720. Unter Friedrich II. wurde es als Schloss bezeichnet. Friedrich Wilhelm IV. lies es 1834 umbauen. Im größten Raum ist das kleine Hohenzollernsche Hauswappen an 2 Stellen der Decke zu sehen (Mörtelstuck). Nach 1834 war es Oberförsterei im EG. Das OG diente hohen und höchsten Herren als Übernachtungsmöglichkeit. In dieser Zeit wurde auch der Wassergraben zugeschüttet. Bis 1970 blieb es Oberförsterei. 1970 – 75 war es staatlicher Forstwirtschaftsbetrieb Nauen, Sitz Groß Schönebeck. Ab 1975 mit Umbau – 1989 wurde es als Kulturhaus der Forstarbeiter und Essenküche genutzt.

Wie kam die Schorfheide zu Ihrem Namen?

Die Schorfheide, innerhalb des Biosphärenreservates, fand erste urkundliche Erwähnung ca.1590 in einer Urkunde als südlich von Templin liegend. Das Gebiet wurde auch als Lüdke Schorfheide bezeichnet. Das Kerngebiet existierte 1675 östlich des Werbellinsees, da es in diesem Gebiet verstärkt zu Wilddiebstählen kam.
Im Mittelalter wurde es auch als Heide Webellin bezeichnet, welches organisatorisch in 5 Heiden untergliedert war (u.a. Reiersdorfer Heide)

Der Wildzaun erstreckte sich:

1. im 30 – jährigen Krieg von Joachimsthal – Friedrichswalde – Grimnitz –bis nach Beebersee.
2. In der Kaiserzeit diente der Wildschutzzaun der Jagd und dem Schutz vor Wildbefraß an Äckern Wilhelm II. jagte zuletzt 1913 in der Schorfheide.
3. Nach 1918 – 1989 ähnliche Ziele. Es gab bis zu 200 Km Wildschutzzaun.
1821 wurde das preußische Hofjagdamt, mit SP Schorfheide, gegründet.

Die Heidereiter im Mittelalter waren so etwas wie Vorgesetzte eines kleinen Forstamtes (bis in die zweite Hälfte des 18.Jh.) mit polizeilicher Gewalt. Sie werden auch heute noch als Gehilfen des Staatsanwaltes bezeichnet. Die Heidereiter hatten Hilfsförster als Jagdorganisatoren und Kontrolleure und waren auch im Mittelalter schon bestechlich (kleine Geschenke) Die Kontrolle über die Jagd funktionierte nur in der DDR. Es gab eine Försterschule für die untere Laufbahn in Groß Schönebeck.
1853 gab es das erste preußische Jagdgesetz, welche noch heute in wesentlichen Bestandteilen Gültigkeit hat. So u.a. konnte, wer über 75 ha Wald verfügte, selbstständig jagen. In Brandenburg heute 150 ha – aber es gibt das Bundesrecht!

Geschichten u.a.:

Wilhelm II.:
Jagdtrophäen
Seit dem 20.09.1872 – erster Fasan wurden vom ihm 18.330 Tiere geschossen.
u.a.
- 2130 Rothirsche
- 3220 Schwarzkittel
- 44800 Fasanen
- 150 Hasen
- 1 Edelmarder
Viele seiner Trophäen waren im Schloss Schwedt, welches im II. WK zerstört wurde, zu sehen.
Aber andere Herrscher schossen wesentlich mehr. Zum Beispiel Erzherzog Franz Ferdinand u.a. 6916 Rothirsche. Über H. Göring gibt es keinen Nachweis. Karinhall wurde gesprengt und viele Sachen schon vorher ausgelagert.
Aber Göring, als preußischer Ministerpräsident und Reichsjägermeister war es, der die Schorfheide unter Naturschutz stellte (2.NSG in Brandenburg), mit dem Ziel ehemals heimische Tiere, wie Elche, Wisente wieder in der Schorfheide auszusetzen. Aber auch mit Muffelwild, nicht in Brandenburg heimisch, sollte dies passieren. Dazu sollten Kreuzungen u.a. mit ungarischen Rot – und Muffelwild geschehen. Der Wisentbestand viel ab 1945 den Besatzern zum Opfer! Die Elche haben ein Jagdgebiet von 50 km pro Tag – in der Schorfheide nicht realisierbar.
Das 1. NSG ist am Plagefenn – dieses ist in diesem Jahr 100 Jahre alt geworden.

Wolfsjagd

Hierzu waren 200 Personen notwendig. Über 3 Tage, bei Selbstversorgung dauerte die Jagd. Später gab es Fallen. Aber auch hier wurde viel gefangen, selten jedoch die Wölfe. Bestätigung des Fangens von Wölfen (12 Taler) wurden vom Förster oder Pastor getätigt. Auch hier falsche Angaben durch Schwarzfärben von jungen Schäferhunden. Die Frauen waren hiezu nicht geeignet (geschwätzig, Alkohol nicht vertragend u.a.). Dazu gibt es eine ganze Reihe von Sagen.
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