Die Gemeinde umfasst ein Fläche von 1100 ha mit einer Einwohnerzahl von 965 Menschen und gehört geografisch zur Schorfheide in das Amt Joachimsthal. Friedrichswalde ist ein Straßendorf mit wenig Nebenstraßen. Die Kirche steht im Ortsmittelpunkt. Gegenüber der heutigen Heimatstube befindet sich das Haus des ehemaligen Dorfschulzen.
1752 fand die erste von 5 Bockwindmühlen ihre Arbeit. Mitte der 50 – ziger Jahre des 20. Jh. wurde die letzte stillgelegt.
Ins Dorf kamen 1748 35 Kolonisten (2 katholisch, 33 evangelisch), die in den Orten der Rhein – Pfalz (Esselborn, Nidderau und Windecken) auf gepackten „Koffern“ saßen und ursprünglich aus Holland stammten und nach Amerika auswandern wollten, aber das kleinere Übel Brandenburg zu Fuß in Kauf nahmen. Heute gibt es partnerschaftliche Kontakte mit Esselborn, einem Weinanbauort, die seit 1996 regelmäßig im gegenseitig regelmäßigen jährlichen Austausch stehen. Es wurde eine Strecke von 846 Km zurückgelegt, was durch Friedrichswalder Bürger einen Monat vor der Feier im Jahr 1998 erneut mit 2 Pferdegespannen und Planwagen abgefahren wurde.
Nach dem die Kolonisten mit ihren Familien Zwischenquartier in Grimnitz und Radebandshecken bezogen hatten, bauten sie 35 Häuser, die per Losentscheid bezogen wurden. Zuerst waren die Häuser mit Stroh, dann mit Holzschindeln und später mit Lehmschindeln gedeckt. In Blankenpfuhl, Radebandshecken, (Mellin und Michen – in der Gemeinde Grimnitz) wurden 2 Vorwerke errichtet. Für den Zuzug stellte Friedrich II. viele Vergünstigungen, 3 Dukaten, land u.a. zur Verfügung. Bedingung für den Zuzug war, dass alle Familien zwischen 30 – 40 Jahre alt sein mussten und über eine bestimmte Summe Geldes verfügen.
Zu den Arbeiten in Friedrichswalde und Umgebung gehörte der Bau eines Wildschutzzaunes. Denn die Herrschenden hatten Angst, dass die Tiere die Schorfheide aus Futter und Weibchengründen die Schorfheide verließen. Der Zaun erstreckte sich über 70 km von Zehdenick über Oderberg bis nach Lunow.
Folgende Berufe wurden neben der Tätigkeit als Zaunsetzer mit Ackerbau und Viehzucht in Vorwerken ausgeübt:
- Schmied, Müller, Bäcker, Gastwirt, Büttner
- Holzschuhmacher mit Ackerbau und Viehzucht
- Fahrende Handelsleute aus dem Ort
- Waschmittelverkäufer und Schuhmacher
Die Ansiedlung war den Ringenwaldern, gegründet vor rund 700 Jahren und den Joachimsthalern, gegründet 1604 ein Dorn im Auge, da die Friedrichswalder viele Vergünstigungen von Friedrich II. erhielten.
Neben Missernten gab es, trotz strenger regelmäßiger Brandschutzkontrollen auch einige Brände. Nach Entstehung der Feuersoizität wurden auch aus wirtschaftlicher Not Gebäude warm entsorgt. Ab 1910 gab es eine freiwillige Feuerwehr. Die erste Spritze wurde 1792 aus Berlin angeschafft.
Kontrollen standen wohl in Friedrichswalde hoch im Kurs wie:
- der Polizeistunde, 2 Gastwirtschaften zeigten sich bei Verstößen gegenseitig an.
- Kontrollen der Schule (jetzige Kita) durch den Kirchenrat, sogar aus Berlin
- Der Lehrer durfte nicht mit dem Gesangsverein Bier trinken, dass hätte ihm die Arbeit gekostet
- Es durfte kein Tanzunterricht in der Schule stattfinden, die Mädchen und Jungen wären nicht konfirmiert worden
Erst 1934 gab es offiziell den Beruf des Holzschuhmachers in 3 – jähriger Ausbildung. Trotz dieses Verbotes wurden Holzschuhe bis nach Stettin und Prenzlau verkauft. Wer dabei erwischt wurde, war seine Schuhe los. Dazu wurde 1935 in Friedrichswalde ein Lehrfilm gedreht.
Ab 1784 stellten 30 Familien in Friedrichswalde trotzdem Holzschuhe her. Diese waren erstens viel erschwinglicher und besser für die Felsarbeit und den Fischfang geeignet. Im Gegensatz zu Holland wurden die Schuhe gerächert. Es wurden auch Kaliten hergestellt (geflochtene Holzkörbe)
1940 nahm die erste und einzige Holzschuhfabrik in Deutschland`s mit französischen Zwangsarbeitern ihre Arbeit auf und stellte in der Zeit bis zum Ende des Krieges 300.000 Paar Holzschuhe her. Die Produktion wurde 1952 eingestellt. Friedrichswalde war der größte Holzschuhmacherort in Deutschland. Es gibt ein Projekt der Wiederbelebung diese Berufes für ein bis 2 Menschen. Diese Idee lässt die Friedrichswalder nicht los. Von einem Bürger aus Schiffmühle erhielten sie viele Werkzeuge zur Holzschuhmacherproduktion. Eine Schauwerkstatt ist in Planung.


