Oderberg
Geführte Wanderungen und Radtouren durch den Barnim

Zur Geschichte von Althüttendorf – ein Glasmacherdorf

In der Bronzezeit gab es erste Besiedlungen, das beweisen Grabbeigaben, die bei Ausgrabungen gefunden wurden.

Althüttendorf, zu erst Alt Hüttendorf, wurde 1653 gegründet als Glasmacherstandort. Deshalb Alt H...., da es die 4. (hinter dem Friedhof) und 5. (in der Kleberbuchte) Glashütte waren. Eine andere Erklärung gibt es zur Zeit nicht. Althüttendorf liegt im nordöstlichen Teil des Grimnitzsees, ein Zungenbeckensee durch langsames Abtauen des Inlandeises. Der See hat eine max. Tiefe von 11 m und eine durchschnittliche Tiefe von 4,5 m. Er wurde als Intensivfischgewässer genutzt und bildete durch die Anfütterung viele Algen in den Sommermonaten, was ab und zu zum biologischen Kollaps führte. Dies hat sich jedoch so zum guten gewendet, dass man wieder ohne Bedenken baden gehen kann. Am „Faulenwinkel brüten Schwäne und Biber bauen Burgen.

Die Ihlowstr. In Richtung Ihlowberge (gehören zur Endmoränenlandschaft) und hier anliegende Straßen waren der eigentliche Dorfkern. Heute leben nach der Gemeindegebietsreform in der Gemeinde Althüttendorf – Neugrimnitz 730 Einwohner, davon 80 in Neugrimnitz. Die höchste Erhebung ist der Lange Berg 105 m ü. NN (darauf steht ein Windrad). Durch den Ort verläuft der Fernradweg in Richtung Joachimsthal am Sportplatz vorbei.

Auf den Friedhof wurde die Gründungseiche gepflanzt, stammt aber nicht aus dem Jahr 1653. Nach neuesten Vermessungen soll sie im Zeitraum 1675- 80 gepflanzt worden sein.

1792 wurde die Glasproduktion eingestellt und in Richtung Frankfurt / Oder und darüber hinaus in Richtung Globsow verlagert. Neben der Glasherstellung gab es 1751 auch andere Gewerke u.a. 12 Glasermeister, 1 Maler, 10 Fuhrwerksleute, 18 Handarbeiter, 25 Tagelöhner, 1 Schmied, 1 Pferdehirt ......insgesamt 388 Bürger. Eine Mühle arbeitete in Alt Hüttendorf. Sie wurde zwischen 1720 und 1725 errichtet.

Ab 1749 bildeten Alt Hüttendorf und Neugrimnitz eine Verwaltungseinheit. 1753 wurde Althüttendorf zur Kirchgemeinde Joachimsthal eingepfarrt. 1775 gab es in Althüttendorf 66 Feuerstellen.

Neben der Glasherstellung entwickelte sich auch das Steinschlägerhandwerk. Begründer und Besitzer der Steingruben war Herr Friedrich Wilhelm Baumann, dessen Familie auf dem Friedhof einen großen Grabstein besitzt. Die Gruben wurden von der Familie bis 1945 betrieben. Er galt als sehr sozial eingestellt. Die Familie wurde 1945 enteignet. Aufschwung nahm dieses Handwerk mit dem Bau der Eisenbahn und dem Haltepunkt in Althüttendorf. Vor allem für die Berliner Straßen wurden Granit und Gneis geschlagen. Die Produktion wurde entgültig Mitte der 70 – ziger Jahre des 20. Jh. eingestellt. Heute gibt es ein Sand – und Kieswerk in der Nähe von Groß Ziethen, die zwischen 20 – 30 Sorten Baumaterial herstellen.

Neben der Kirche (1921 erhielt diese 2 Glocken) war die alte Schule, in der bis 1970 Schüler beschult wurden, danach gingen diese in die Schule nach Joachimsthal. In der Kirche wurden auch von den Administrationen in Angermünde und Potsdam Lehrerprüfungen durchgeführt.

Bis 1992 gab es im Ort eine Gemeindeschwester und bis 2005 einen Arzt.

1881 wurde die freiwillige Feuerwehr gegründet, weil eine neue Spritze gebraucht wurde. Das Gründungsdatum wird allerdings von der Feuerwehrbehörde nicht akzeptiert. Begründung: Es gibt kein Dokument. So ist auch zu verstehen, dass es je in Althüttendorf und Neugrimnitz eine Feuerwehrgruppe gibt, die nicht zu großen Aktionen einbezogen werden. Trotzdem wurde 2001 die 120 Jahrfeier durchgeführt.

Es gab einen Männergesangsverein, einen Vaterländischen Frauenverein und was noch immer stark ist, einen Sportverein.
1989/90 wurde mit dem Bau einer Trinkwasserleitung begonnen.
1991 wurde ein neuer Kindergarten gebaut.
1992-93 wurde die Glasstr. erneuert.
1994 wurden alle 3 Verkaufseinrichtungen (es gab in alter Zeit auch eine in den Ihlowbergen durch Familie Guse, alles wie bei Wertheim)
1996 wurde der Flächennutzungsplan der Gemeinde erstellt
1997 wurde mit dem Abwasseranschluss an alle Haushalte begonnen, bis auf die Feriensiedlung am Grimnitzsee.
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